Geschichte
Erstmals erwähnt wird Gaarden im 12.Jahrhundert. Es findet seine Ursprünge in den beiden mittelalterlichen Bauerndörfern Hemminghestorpe (KlösterlichGaarden, da es zum Gebiet des Klosters Preetz gehörte) und Wulvesbrooke (FürstlichGaarden). Die Dürfer wurden ursprünglich dürch die MühlenAu abgegrenzt, die heute hauptsächlich unterirdisch verläuft.
Durch den Bau einer Eisenbahn 1844 wurde Gaarden erneut geteilt und zwar in Gaarden-Ost und Gaarden-Süd. Gaarden war bis Mitte des 19. Jahrhunderts noch dörflich geprägt. Am 1. Oktober 1838 gründeten der Ingenieur AugustHowaldt und der wohlhabende Kieler Kaufmann JohannSchweffel die Maschinenbauanstalt und Eisengießerei Schweffel & Howaldt. 1850 baute das Unternehmen das erste U-Boot der Welt, den Brandtaucher. Das erste Schiff unter dem Namen "Howaldt" verließ 1865 die Werft an der Kieler Förde, ein kleiner Dampfer namens Vorwärts. 1871 wurde Kiel zum Reichskriegshafen. Damit begann auf dem Ostufer und insbesondere in Gaarden eine große Umwälzung in der Siedlungsstruktur. Die bäuerlichen Traditionen und der dörfliche Charakter wurden dadurch zerstört.
Ab 1909/1910 überquerte eine Schwebefähre die Einfahrt aus der Kieler Förde zur kaiserlichen Marinewerft in Gaarden (heute HDW). Sie entsprach optisch den französischen Vorbildern, wurde allerdings bereits 1923 wieder - als nicht mehr zeitgemäß - abgerissen.
Durch das Angebot von Arbeitsplätzen durch die KaiserlicheWerft wuchs die Bevölkerung kontinuierlich an.
Entwicklung der Einwohnerzahl
- 1871 2.715 Einwohner
- 1910 30.427 Einwohner
- 1914 38.297 Einwohner
- 1945 30.946 Einwohner
- 2004 29.783 Einwohner
2007 26.590 Einwohner (Quelle: Stadt Kiel)
Die Werftenkrise
Anfang der 60er Jahre drängten die Japaner auf den Schiffsbau-Markt und lösten durch Dumpingpreise die erste Werftkrise aus. Als Folge dieser Krise kam es zum Zusammenschluß der Howald Werke und der Deutschen Werft AG. Anfang der 80er Jahre kam es aber dann zur größten Werftkrise in Deutschland. Als Folge der Krisen kam es immer wieder zu einem starken Arbeitsplatzuabbau. Hatte HDW Ende der 80er Jahre noch ca. 12.000 Beschäftigte, waren es 1990 noch 5.000, 1995 sogar nur noch 3.751. Dennoch wohnen auch heute noch viele Arbeitnehmer der Werft in Gaarden.
Siehe auch
Weblinks / Quellen
Die Geschichte des Kieler Ostufers (Gymnasium Wellingdorf)
http://www.uni-kiel.de/forum-erdkunde/hintergr/sh1995/32_kiel.htm
